Der ästhetische Mensch
steht für einen Lebensentwurf, der einer zirkulären Auffassung von Geschichte, Kunstgeschichte und eigener Biographie folgend, Auseinandersetzung mit klarer Schönheit als Gegenentwurf zum linear aufgefaßten, zielorientierten, sinnfreien Utilitarismus vorschlägt.

Er heißt es für gut, sich mit Kunst zu beschäftigen, parallel ablaufend zu der Auseinandersetzung mit dem Knopf an einem Aufzug, der jemanden in den 1.Stock eines Hauses fährt, wo telefoniert wird und Buchstaben in immergleicher Reihenfolge in den Computer getippt werden.

Kausalzusammenhänge sind in dem Zusammenhang völlig aufgehoben, wenn nicht sogar abgehoben.
Oberfläche
Die Oberfläche ist ein eingefrorener Prozeß: sie wird immer und immer nach außen gestülpt, obwohl wie der Name schon nagt, die Oberfläche sowieso schon oben flacht (spiegelglatte Popperplane).

Die Tautologie des Sowieso zieht sich rotfädig durch jederkünstler Arbeit:
sowieso schon dagewesen, sowieso schön, sowieso von dem, sowieso so-wie-so.
In diesem Text steht die Oberfläche für Sinnfreiheit, und die Tiefe, die hier noch gar nicht erwähnt wurde, weil eine irreführende Vorstellung vom Sein, für Sinn.
Deswegen müssen Bilder glatt sein und oberflächlich:

- Transparent die Anwendung,

- Raffinesselos die Fehler,

- Undurchsichtig die Absicht (geschlossen, knüppelhell).


Utopie (Kernfusion der Identitäten)

Die Sehnsucht nach Utopie und allumfassender Weltanschauung ist da, sie folgert aus der Implosion des unteilbaren Individuums.
(der Druck zur Utopie: ein Wiederzusammensetzen auseinandergesplitterter Wirklichkeiten zu Einer – aber säuberlich getrennt:
hier ist das Individuum, da ist das Indivium, hier ist die Identität, da die Wirklichkeit: der apollinische Irrtum von heute. Begriffe retten.)

In der Kunst kennt man sich manchmal besser aus, ein Künstler ist in Form "seines" Werkes oder eines "anderen" Werkes mit den So-Wie-So- Fragen konfrontiert:
"Was ist echt, was ist unecht, neu, originell, authentisch, identisch, was ist jetzt angemessen?"
Aber auch hier kennt man die Affinität zur Idee, ein Drängen zu Verklumpung.

Doch dann: Man wende den Blick gen Mekka.

Lieber doch nicht. Wir verbrennen keine Flaggen, wir entwerfen immer neue oder flicken alte, die dazu auch noch gut noch aussehen. Et voilà!

Lieber Kunst, Künstlerin sein als Repräsentantin einer schon eingetretenen Utopie, real existierend, parallel, aber letztendlich sich doch überschneidend, wenn man eine sich biegende Linearität annimmt.
Die Kunst findet hier und heute statt auf einer Plattform der Tatsachen, auf einem Stück Erde, die nicht der Mond ist. Sie ist öffentlich, unindividuell, und elementar!
Für eine Freie Kunst, gegen weltanschauliche Verseuchung! Hurra, Hurra!



(Also:
das künstlerische Sendungsbewusstsein darf niemals unterschätzt werden, auch nicht bei...,

der vermeintliche Inhalt kann nicht tief genug unterschätzt werden, auch nicht bei... .)